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Tag: Köln

07
März

Vorsicht ist besser als Nachsicht

1. FC Köln – VfB Stuttgart

“Ich habe mir das irgendwie anders vorgestellt” murmelte ich mit betretener Mine in Richtung meines Kumpels Thibault. „Ja, ich auch“ seufzte der junge Belgier aus Gent, dem ich nach seinem ersten Heimspiel gegen Wolfsburg nun zu seinem ersten Auswärtsspiel verhelfen durfte. Eine gute halbe Stunde war das Spiel alt, mein Schädel dröhnte und der VfB lag auswärts beim Tabellenletzten zurück. Es gab schon bessere Momente in dieser Spielzeit. Eine Niederlage konnte man sich in Köln nicht leisten, das wusste jeder der weit über 5.000 VfB-Fans, die sich aus Nah und Fern auf den Weg gemacht hatten. Dass das Grauen der ersten halben Stunde doch noch mit drei Punkten belohnt wurde, hat vermutlich keiner von uns allen so recht verstanden. Und wirklich wohl ist mir mit dieser unerwartet entspannten Tabellenkonstellation auch nicht.

15
Okt.

Helden für einen Tag

VfB Stuttgart – 1. FC Köln

Wer sich für ein solches Leben entscheidet, hat für sich selbst bewusst oder unbewusst eine ganz klare Entscheidung getroffen: man lässt sich bis an sein Lebensende, darauf ein, dass einem der letzte Nerv geraubt wird, dass man sich aufregen wird und nur noch wenig Schlaf bekommen. All der Ärger scheint vergeben in den glücklichen Momenten, wenn der Schmerz vergessen wird, man über beide Ohren lacht, unheimlich glücklich ist und man ganz genau weiß, warum man sich so entschieden hat. Das hier ist keine Geschichte vom Abenteuer Familie, es ist eine Geschichte über das Leben als Fußballfan. Über den schmalen Grenzgang zwischen Freud und Leid und über jene Momente, die über jeden Zweifel erhaben sind.

24
Jan.

Jahresauftakt nach Maß

1. FC Köln – VfB Stuttgart

Hier stand ich, röchelte, hustete, krächzte. Nur schwer bekam ich Luft, doch trug ich das Lachen in meinem Gesicht. Um mich herum nur freudige Gesichter, wohin ich auch sah, alle lagen sich in den Armen – damals wie heute. Erinnerungen wurden wach an den 20. Februar 2010, als ich genau hier stand im Gästeblock des Kölner Stadions, vom Husten geplagt, doch zufrieden aufgrund des Ergebnisses und der spielerischen Leistung. 2163 Tage später wiederholte sich die Geschichte, irgendwie gleich, doch irgendwie ganz anders.

18
Aug.

Die älteste aller Fußballweisheiten

VfB Stuttgart – 1. FC Köln

Fußball kann so unheimlich grausam sein. An dem einen Tag bist du noch quietschvergnügt, erfreust dich an den Geschehnissen rund um deinen Herzensverein, blickst optimistisch in die Zukunft – und auf einmal stehst du da, mit einem Hauch von Nichts in der Hand. Der Frust türmte sich hoch auf in mir, bewog mich zu Aussagen, die ich nun zwei Tage später relativieren muss. Was bleibt vom Saisonauftakt gegen Köln? Die Enttäuschung, dass es zu mehr nicht gereicht hat. Doch auch: ein Hoffnungsschimmer. So ist es unser VfB, der gerade dabei ist, sich neu zu erfinden.

07
Feb.

Viel zu wenig

1. FC Köln – VfB Stuttgart

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge machten wir uns spät Abends auf den Heimweg. Einen großen Anlass zum Lachen gab die spielerische Darbietung des VfB zwar nicht, doch waren es ein weiteres Mal die Umstände, die auch diese fade Auswärtspartie zu etwas Besonderem gemacht haben: eines meiner deutschen Lieblingsstadien, tolles Essen und noch viel tollere Leute, darunter auch meine langjährige Freundin Melanie, ihres Zeichens dem FC verschrieben. So wiegt die Freude über einen ansonsten gelungenen Tag doch ein wenig mehr als jeder Frust über viele vergebene Möglichkeiten.

31
Aug.

Die Sehnsucht nach der Sorglosigkeit

VfB Stuttgart – 1. FC Köln

Es gibt Tage, da fehlen einem die Worte. Zu wissen, dass die neue Saison gerade erst begonnen hat, aber nicht zu wissen, was einem noch Hoffnung machen soll, ist beängstigend. Das kurze Loblied nach dem durchaus positiven Spiel in Gladbach ist schnell wieder verstummt. Zwei Spieltage sind jetzt vorüber, nachdem wir monatelang auf den Start der neuen Spielzeit warten mussten. Jetzt sitzen wir hier und stellen uns schon jetzt die Frage, von der wir gehofft hatten, sie die ganze Saison nie stellen zu müssen: „Wird es etwa noch schlimmer?“

13
März

Zehn aus Zweihundert

Lange hatte ich darauf hingefiebert, in Frankfurt war es schließlich so weit: Zweihundert Fußballspiele lagen hinter mir. Zwei Spiele bin ich bereits schon drüber, zwischenzeitlich sah ich noch das Länderspiel gegen Chile sowie das Heimspiel gegen Braunschweig. Vieles ist hängen geblieben aus den letzten sieben Jahren, seit ich das erste Mal ein Stadion betrat. Keines hat mich so in den Bann gezogen wie mein heimisches Neckarstadion. Ein Blick zurück auf tolle Heimsiege, denkwürdige Auswärtsspiele, Länderspiele, Champions League und Europa League. Ute33 Jahre, gebürtig aus Leipzig, seit 2010 wohnhaft in Stuttgart – Bad Cannstatt. Dauerkartenbesitzerin, Mitglied, ehemalige (Fast-)Allesfahrerin und Fotografin für vfb-bilder.de. Aus Liebe zum VfB Stuttgart berichte ich hier von meinen Erlebnissen – im Stadion und Abseits davon. Mehr über mich

23
Dez.

Versöhnt in die Winterpause

Über unzählige rot-weiße Nikolausmützen hinweg schaute ich wie viele andere zur Anzeigetafel über der Cannstatter Kurve. Ich lachte herzlich und war erfreut angesichts der musikalischen Darbietungen in dem Video, das uns nach Abpfiff gezeigt wurde. Die Mannschaft sang “Jingle Bells“, begleitet von absolut gruseligen Videoeffekten, aber herzerwärmend authentisch und spontan. Es ist ein gelungener Abschluss der Hinrunde, die ihre Höhen und Tiefen hatte. Dabei fehlte am Ende gar nicht so viel, um den sicher geglaubten Sieg doch noch herzuschenken. Was soll man sagen, auch das ist ein Stück weit der VfB, eine Wundertüte, die uns jedes Mal zum Staunen bringt. Mit einem 2:0 zur Pause schien man ein gutes Polster zu haben und hoffte lediglich auf weitere Tore für den VfB, diesmal vor der Cannstatter Kurve. Noch einmal allen Frust vor heimischem Publikum von der Seele schießen. Wenns denn nur so einfach wäre… Als am 4. November das Los darüber…

26
Apr.

Die große Chance verpasst

Wie gern ich doch geschrieben hätte “Mer losse d’r Dom en Kölle… Aber die Punkte nehmen wir mit!” – wie man sich irren kann. Nach Wochen begeisterndem Fußball und eine nahezu abartigen Punkteausbeute wurde das Spiel in der Domstadt fast schon zur Ernüchterung. Etwas Gutes hatte es dennoch: durch die gleichzeitige Niederlage von Werder Bremen spielt der VfB ganz sicher international, zumindest Europa League Qualifikation, das kann uns nun keiner mehr nehmen. Geplant war das Spiel eigentlich nicht. Für die offizielle Fanclubbestellphase haben wir uns nicht angemeldet, Köln dafür in der nächsten Saison wieder zu besuchen, war der eigentliche Plan. Schon letztes Jahr setzten wir aus beim Auswärtssieg, und ob Köln nächste Saison immernoch erstklassig ist, weiß man auch noch nicht so genah, sie stecken im Abstiegskampf. Kurzerhand noch eine Karte organisiert freute ich mich sehr, wieder zurück zu kehren in die Stadt, wo ich einst mit akuter Bronchitis einem…

04
Dez.

Selbst um den verdienten Lohn gebracht

Ich hätte nicht gedacht, dass mich etwas noch mehr frustrieren würde als die weitgehend sinnlose Auswärtsfahrt nach Bremen am Wochenende zuvor. Jede Menge Frust und Enttäuschung ist zurück geblieben, das Spiel am gestrigen Abend ist Sinnbild für unnötig verschenkte Punkte. Mit ein wenig Hoffnung kam ich ins Stadion, mit weniger Hoffnung wieder heraus. Hier schreibe ich, warum ein Punkt nicht immer besser ist als gar keiner. Die Niederlage aus Bremen steckte einem noch in den Knochen. Dort wurden vorgeführt, einen besseren Beweis mangelnder Qualität und lascher Einstellung konnte es kaum geben. Selbstredend fiel es sehr schwer, sich für das Heimspiel gegen Köln richtig zu motivieren, auch wenn diese zuletzt ihr Derby gegen Gladbach mit 0:3 verloren hatten. Und für die Statistik gabs auch was: seit 15 Jahren hatte der VfB daheim nicht mehr gegen die Geißböcke gewonnen. Das kann ja heiter werden. Einzig und allein die Serienbrecher-Mentalität machte mir ein…